AMF Sammlungsgeschichte(n)

Prolegomena zu 500 Jahren Sammlungsgeschichte

Wie in Dresden, Kassel oder München – um nur einige zu nennen – sind auch die Sammlungen der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe fürstlichen Ursprungs. In ihrem Grundbestand reichen sie auf die im Laufe von mehr als 500 Jahren gewachsenen Sammlungen des Hauses der Zähringer zurück, die als Markgrafen, später Großherzöge, das badische Land regiert haben.[1]

Diesen Umstand einleitend zu bemerken, ist von Bedeutung, wenn man Wesen und Struktur eines solchen Bestandes verstehen will. Er muss grundsätzlich unterschieden werden von Sammlungen bürgerlichen Ursprungs, die überwiegend im 19. Jahrhundert durch das Movens eines sich entwickelnden kunstwissenschaftlichen Interesses zusammengetragen wurden. Ihren sehr spezifischen Charakter erhielten sie meist infolge eines durch das Repräsentationsbedürfnis aktivierten finanziellen Engagements eines bildungsbewussten Bürgertums in Kaufmannsstädten wie Bremen, Hamburg oder Frankfurt. Den Konzeptionen solcher Sammlungen liegen völlig andere Kriterien zu Grunde als etwa in Karlsruhe.

Diesen Kriterien auf breiter kulturhistorischer Basis nachzuspüren, hat sich die Forschung zur Sammlungsgeschichte zur Aufgabe gemacht, ein mittlerweile auch methodisch bedeutsamer Zweig der Kunstgeschichte.

Karlsruhe gehört zweifellos zu den herausragenden Beispielen, an denen die Genese eines öffentlichen Museums aus einer bedeutenden fürstlichen Sammlung anschaulich gemacht werden könnte.

Dr. Anna Moraht-Fromm
Kultur- und Bildwissenschaft - Sachverständige

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